Wissenswertes

Düfte verbreiten gute Laune *)

Angenehme Gerüche mag jeder. Sie können schlechte Gedanken vertreiben, beruhigen oder erotisieren. Odo 7 ist Aroma-Jockey. Er stimuliert Menschen durch Duftstoffe: in Clubs, bei Events jeder Art.


Der Grund dafür liegt inmitten des Gehirns, dem limbischen System, das durch Faserbündel mit anderen Hirnregionen verbunden ist. Dort werden angeborene Trieb- und Instinkthandlungen ausgelöst, Erinnerungen und Emotionen erzeugt. Odo 7 stimuliert dieses System, mit Kardamon, Zedernspänen und Sandelholz. Die Stoffe beeinflussen unsere Gemüter. „Mit Gerüchen lässt sich eine Weltreise illustrieren, lassen sich Stimmungen löschen und neu erzeugen und sie erregen sexuell“, ist Odo 7 überzeugt.

Als Erich Berghammer noch keinen Künstlernamen trug, lebte er als Grafik-Designer in Österreich und illustrierte Kinderbücher. Irgendwann hatte er keine Lust mehr auf Farbe und suchte etwas Neues. Das stieg ihm auf einem überfüllten Konzert direkt in die Nase: übler Geruch von schwitzenden Menschen, Zigarettenqualm und abgestandenem Bier. „Von dem Augenblick an war mir klar, dass ich mit Duftstoffen arbeiten will.“ Das war vor 2002, und aus Erich Berghammer wurde in Amsterdam Odo 7. Das Kunstwort setzt sich aus dem französischen Wort Odeur (Geruch) und der Zahl sieben zusammen. „Die Stadt hat eine große Kunst- und Clubszene, ist offen für neue Dinge. Nur hier konnte ich meine Ideen entwickeln und verwirklichen.“

Die Rechnung des heute 42-Jährigen ging auf und sein erster Auftraggeber war der Amsterdamer Club Paradiso. Seine Auftritte zogen eine Duftfahne rund um die Welt, inzwischen legt Odo 7 überall Duftnoten aus. Clubbetreiber, Eventmanager und die Industrie haben erkannt, dass der so wichtige Geruchsinn bisher völlig vernachlässigt wurde.

Um eine neue Duftwelt zu kreieren, erhitzt der Geruchsmagier Wasser über Kochplatten und tropft ätherische Öle oder selbstgemachte Parfüms hinein, zündet Räucherstoffe an oder sprüht Düfte direkt in die Ventilatoren. Sie verteilen die Gerüche. Sie wirken sofort, weil das limbische System direkt mit den Geruchsrezeptoren in der Nase verbunden ist. Je nach Wirkung, die der Aroma-Jockey erzielen will, wählt und kombiniert Odo 7 die Düfte. „Frauen sind sehr emotional und anders zu stimulieren als Männer, aber beide Geschlechter lieben angenehme Gerüche.“ Wie Düfte wirken, lässt sich allein schon in Gedanken feststellen: Auch wenn der Hunger noch so groß ist, in einem Lokal, in dem es nach Erbrochenem riecht, vergeht jedem der Appetit.

Odo 7 arbeitet nur mit angenehmen Gerüchen und ausschließlich mit natürlichen Stoffen. Synthetische Aromen lehnt er völlig ab, weil sie keinerlei Wirkung haben. Er hat es ausprobiert, denn ein Lehrbuch über seine Arbeit gibt es nicht. „Einiges habe ich aus der Aromatherapie übernommen. Ich arbeite aber mit viel mehr Stoffen, deshalb beruht mein Wissen vor allem auf Erfahrung.“

Schon seit Jahrhunderten weiß die Menschheit um die Kraft der Gerüche und hat deren Wirkung genutzt etwa bei religiösen Ritualen oder Festen. Odo 7 holt die alten Weisheiten zurück. Denn auch heute noch wirken Ambra und Sandelholz erotisierend. Und er verbindet seine Kunst mit Musik und Show. „Je nach Ort und Publikum entwickle ich ein ganz spezielles Duftkonzept, fein abgestimmt mit der Musik oder Lichtshow.“ Alles muss zusammenpassen, das erhöht die Wirkung der Sinne. In Clubs verwendet er deshalb häufig Zitrus-Düfte. „Sie haben eine sehr belebende Wirkung und verbreiten gute Stimmung.“

Den Duft von Kardamon, Nelken und Orangenschalen versprühte er bei einer „Jägermeister Dance Attack“ in Berlin. Mit dem Engagement des Duftkünstlers will der Hersteller von Hochprozentigem seinen Absatz fördern. Logisch, dass der Schnaps nach den drei Stoffen riecht, die Odo 7 an seinem Kräuterpult aufgelegt hat. Ganz einfach wäre es für ihn, den Absatz von Erdbeermarmelade in die Höhe zu treiben: es müsste nur am Regal im Supermarkt nach den Früchten riechen und schon stünde das Glas im Einkaufswagen. Dass er bei der Premiere des verfilmten Bestsellers „Das Parfüm“ für dufte Stimmung sorgte, scheint nur allzu logisch. „Ich war ein Exote, inzwischen gibt es viele, die mich kopieren.“ Odo 7 ist überzeugt, ein Bewusstsein für etwas Neues geschaffen zu haben, das nun für immer bleiben wird: die bewusste Stimulation mit Gerüchen in Kombination von Sehen, Hören und Riechen.
*) Text aus der Schwäpo entnommen



Was ist eigentlich Aromatherapie?

Aromatherapie ist eine ganzheitliche Heilkunst, bei der besonders ausgewählte ätherische Öle eingesetzt werden. Diese werden aus unterschiedlichen Teilen aromatischer Pflanzen und Bäume gewonnen, um die Gesundheit von Körper, Geist und Seele zu fördern.

Das Wort „Aroma“ bedeutet „Duft“ oder „süßer Geruch“.

Das Wort „Therapie“ bezeichnet eine Heilbehandlung.


Diese Worte schrieb Platon vor mehr als 2000 Jahren, aber es könnte genauso gut eine Beschreibung der Situation sein, wie sie sich heutzutage darstellt. Einige von uns fangen gerade an, die Augen zu öffnen, und sie entdecken die Weisheit dieser alten Worte wieder.

Das Wort „holistisch“ geht zurück auf den griechischen Begriff „holos“, was ganzheitliches Heilen bedeutet. Bei der ganzheitlichen Heilung wird der gesamte Mensch – Körper, Geist und Seele – betrachtet. Das wichtigste Grundprinzip lautet, dass der Körper sich selbst heilt, wenn er eine Gelegenheit dazu bekommt. Das wird erreicht durch vernünftige Ernährung, angemessene Bewegung, Sonne, frische Luft und vor allem durch tiefgehende Entspannungstherapie oder vielleicht auch Meditation; damit werden die schädlichen Wirkungen des unvermeidlichen Alltagsstresses gemildert, und den möglicherweise gefährlichen Folgen negativer Empfindungen entgegengewirkt. Körper und Geist sind eng miteinander verbunden; was auch immer den einen beeinflusst, wirkt auch auf den anderen. Also ist eine positive geistige Einstellung lebenswichtig, denn ohne sie ist eine gute Gesundheit vergänglich. Der Gedanke, dass der Zustand unseres Geistes und unserer Seele einen Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit hat, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wie alle Heilmethoden ist die Aromatherapie ein Werkzeug, das nur dazu dient, an der Oberfläche zu kratzen und ein paar ärgerliche Beschwerden zu beseitigen, wenn wir nicht weiter in die Tiefe vordringen. Die wahre Heilung kann am Ende nur von innen kommen. Die Aromatherapie wird unsere eigenen, angeborenen Heilungsmechanismen anregen und aktivieren und unseren aufgewühlten Geist beruhigen. Es muss auch jeder einzelne begreifen für seine eigene Gesundheit verantwortlich zu sein.



Der Geruchssinn und wie ätherische Öle über die Haut in den Körper gelangen?

Es gibt zwei Hauptwege, wie das Öl in den Körper gelangen kann.

1.)   Geruchsvermögen  

2.)  Aufnahme durch die Haut


Geruchssinn

Es gibt an der Nasenspitze kleine Härchen, die man Zilien nennt. Wenn wir einatmen, geht die Luft durch diese Zilien hindurch. Diese Flimmerhaare sind mit Millionen von individuell geformten Einstülpungen ausgestattet, von denen jedes ein spezifisches Aromamolekül identifiziert. Dieses Signal wird von den Empfängerzellen auf die Riechkolben übertragen. Der Reiz wird dann weiter entlang der Geruchs-nerven zum ursprünglichsten Teil des Gehirns, dem Limbischen System, geleitet. Der Geruchsnerv ist eine Verlängerung des Gehirns selbst, das dann direkt durch die Nase erreicht werden kann.

Das Limbische System oder „Geruchshirn“ reguliert die sensomotorische Aktivität und reagiert auf Urtriebe wie Durst, Hunger und Sex. Es wird auch mit Gefühlsausdruck in Verbindung gebracht. Durch die Stimulation des Riechkolbens sendet, diese elektrischen Signale zu dem Teil des Limbischen Systems, der für die Darm- und Verhaltensmechanismen verantwortlich ist. Diese nehmen direkten Einfluss auf die Verdauungs- und Sexualsysteme, sowie auf das emotionale Verhalten. Der Aufnahmeprozess über den Geruchssinn geschieht vorwiegend unbewusst, wir sind uns unserer sinnlichen Umwelt normalerweise nicht bewusst.

Menschen aller Kulturen sind von Geruch besessen. Wir können über 10.000 verschiedene Düfte identifizieren. Der Geruch ist jedoch ein stummer Sinn, einer ohne Worte. Es fällt uns schwer einen Geruch zu beschreiben, da wir durch unser Vokabular eingeschränkt werden. Geruch geschieht beim Atmen, sogar wenn unsere anderen Sinne nicht mehr aktiv sind. Gerüche bilden eine Art Kommunikation durch Assoziation (Verknüpfung) von Bildern und nicht auf analytische Weise.

Wir beschreiben oft Gerüche in Bezug darauf, welche Gefühle sie uns vermitteln. z.B. erfreut, angewidert, berauscht, etc. Nichts ist einprägsamer als ein Geruch. Ein Duft kann unerwartet, augenblicklich und vergänglich sein. Er kann auch Kindheitserinnerungen und die sich daraus ergebenden Gefühle hervorrufen. Der Geruchssinn ist von Geburt an vollständig entwickelt und aktiv. Mit zunehmendem Alter lässt jedoch der Geruchssinn nach.
Frauen sind gewöhnlich geruchsempfindlicher als Männer. Die Geruchsempfindlichkeit ist bei Frauen während des Eisprungs am höchsten.

Hungrige Menschen sind geruchsempfindlicher als jene, die satt sind. Dies trifft je- doch nicht bei Babys zu. Sie können nicht feststellen, ob sie hungrig oder satt sind. Sie fangen an zu saugen, wenn sie den Geruch der Muttermilch oder des gewohnten Fläschchens riechen. Solch ein überfülltes Bäuchlein kann zu Krämpfen und Koliken führen. Nichtraucher haben einen besseren Geruchssinn als Raucher, sowie auch einen viel besseren Geschmackssinn.
Blinde Menschen können Gerüche besser zuordnen als Sehende.

Gerüche sind unmittelbar vor einem Sturm kräftiger. Dies resultiert daraus, weil die Feuchtigkeit unseren Geruchssinn verbessert und weil der geringe Druck eine schnellere Verbreitung der flüchtigen Partikel zulässt. Studien haben gezeigt, dass es einfacher ist, einen Geruch durch das linke Nasenloch zu erkennen, während der Geruch, der vom rechten Nasenloch aufgenommen wird, eine stärkere emotionale Wirkung hat. Es gibt einen nasalen Zyklus. Dies kommt daher, dass das Blut leichter durch eine Nasenhälfte als durch die andere fließt. Ein Zyklus dauert etwa vier Stunden, dann ändert sich die Dominanz.

Die Wirkungen des Geruchsvermögens werden in Handel und Industrie sehr stark ausgenutzt. In einer japanischen Studie wurden ätherische Öle durch Klimaanlagen verbreitet. Dies führte zu steigender Produktivität der Arbeiter. Zitronenöl wurde in Büros verbreitet und es stellte sich heraus, dass sich die Tippfehler daraufhin reduziert haben.

Es gibt verschiedene Bedingungen, die den Geruchssinn hemmen können. Der Verlust dieses sehr wichtigen Sinns schränkt den Menschen nicht nur körperlich, sondern auch geistig ein und dies kann wiederum gefährlich sein.
Anosmie bedeutet den Verlust des Geruchssinns. Menschen können mit Anosmie geboren werden oder der Geruchsnerv wurde infolge einer Gehirnerschütterung durchtrennt. Anosmie kann auch eine Begleiterscheinung des Alters sein. Auch ein Hirntumor oder der Kontakt mit giftigen Chemikalien können die Ursache sein.


Gemeinsam mit dem Geruchssinn verschwindet auch der Geschmackssinn. Die Welt wird dann zu einem langweiligen und farblosen Ort. Diese Tatsache allein kann zu Depressionen führen. Alzheimerpatienten verlieren ihren Geruchssinn oft einhergehend mit ihrem Gedächtnis.
Die einprägsamsten und tiefsten Erfahrungen werden oft von Geruchsempfindungen begleitet. Düfte können oft sehr tiefe, aber auch flüchtige Eindrücke mit sich bringen.
Der Geruchssinn ist eng mit dem Gedächtnis verbunden. Solche Erinnerungen sind sehr genau und Unaus löschbar. Der Geruchssinn ist aber sehr persönlich, da jede Assoziation (bewusste oder unbewusste Verknüpfung von Gedanken) unterschiedlich ist.

Den Geruchssinn kann man nicht einfach abschalten, er ist immer und überall gegenwärtig:

Wir sehen nur dann, wenn es hell ist

Wir schmecken nur dann, wenn Dinge im Mund sind

Wir berühren nur dann, wenn wir uns mit einer Person oder Objekt verbinden

Wir hören nur dann, wenn der Ton laut genug ist

Aber wir riechen immer mit jedem Atemzug!


Ätherische Öle und die Haut


Bis ins späte 19. Jahrhundert dachte man, dass die Haut nicht durchlässig ist und auch keine Stoffe aufnimmt, mit denen sie in Kontakt kommt. Die Funktion der Haut war es demnach, den Körper vor dem Eindringen fremder Substanzen zu schützen. Dies konnte erst später als falsch nachgewiesen werden.

Die Haut ist semipermeabel (halbdurchlässig). Sie gestattet manchen Substanzen durchzudringen, jedoch nicht allen. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts fand der Vater der Aromatherapie, Rene Maurice Gattefosses heraus, dass die Haut fettige Stoffe dann aufnehmen kann, wenn ihre chemische Struktur klein genug ist. Pierre Franchome, ein Aromatherapeut und Wissenschaftler, der momentan in Frankreich Forschungen anstellt, bewies, dass unter strengen wissenschaftlichen Verhältnissen bis zu 10 ml des ätherischen Öls mittels Massage aufgenommen werden und innerhalb von 24 Stunden in den Blutkreislauf gelangen kann. Würde dieselbe Menge an ätherischem Öl innerlich angewendet werden, hätte dies verheerende Folgen für die Darmwand.

Mineralöle und tierische Fette werden nicht von der Haut aufgenommen, sie bleiben stattdessen auf der Hautoberfläche und können als Schutz dienen, z.B. Vaseline. Baby Öl darf nicht verwendet werden, da es aufgrund seiner mineralischen Basis nicht aufgenommen werden kann und somit die Poren verstopft. Reines, natürliches Pflanzenöl muss verwendet werden.

Damit der Stoff in den Körper gelangen kann, muss er zuerst den Stratum corneum, eine ledrige, tiefe Zellschicht an der Hautoberfläche durchdringen. Die Handflächen und die Fußsohlen haben ein viel dickeres Stratum Corneum als andere Körperteile. Trotzdem sind diese verdickten Hautflächen für Wasser und Salz durchlässig.

Ätherische Öle die einem Basis Öl, Creme oder Lotion hinzugefügt wurden, können leicht aufgenommen werden.

Die Aufnahme kann durch Wärme und Massage erhöht werden. Dünne Trägeröle, die eine geringe Dickflüssigkeit haben, können ebenso bei der Aufnahme helfen. Nach einer Massage sollte möglichst wenig oder kein Öl mehr auf der Haut sichtbar sein. Eine erschöpfte oder sehr ängstliche Person wird mehr Öl benötigen, weil der Körper in diesem Zustand die Hilfe und Unterstützung des ätherischen Öls benötigt. Die obere tote Zellschicht fungiert als Reservoir (Vorratsspeicher), wo Öle für längere Zeit verbleiben können. Nach einem heißen Bad ist die Haut durchlässiger und aufnahmefähiger für Öl. Ebenso wie geschädigte Haut, deshalb sollten diese Hautflächen mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Wenn das ätherische Öl einmal die Haut durchdrungen hat, wird es über die Gewebsflüssigkeit in das Lymphsystem aufgenommen und gelangt von dort aus in den Blutkreislauf. Die dazu benötigte Zeit wird von Öl zu Öl und Person zu Person variieren. Jedoch werden die Öle in ein bis zwei Stunden vollständig von der Haut aufgenommen. Wenn das Öl im Blutkreislauf angekommen ist und die chemischen Bestandteile des Öls sich im Körper verbreiten, kann die heilende Wirkung mehrere Stunden oder sogar mehrere Tage andauern. Regelmäßige Behandlungen und aromatische Bäder können eine steigernde und heilende Wirkung fördern.

Die Haut lässt sich in drei Bereiche aufteilen:


Die Unterhaut wird aus lockerem Bindegewebe gebildet, in dem sich Fettpolster befinden, die Druck und Stoß von außen abfangen, sowie auch gleichzeitig als Wärmeisolation dienen. Außerdem stellt dieses Fett auch eine Nährstoffreserve dar. Die Unterhaut wird deshalb oft als Unterhautfettgewebe bezeichnet.

Die darüber liegende Lederhaut besteht ebenfalls aus Bindegewebe, das aber wesentlich straffer ist. Diese Festigkeit und Elastizität der Lederhaut ist auf das Vorhandensein der Kollagenfaserbündel und der elastischen Netze des Elastins zurückzuführen.